Reifen-Druck-Kontroll-System (RDKS)


Das ReifenDruckKontrollSystem (RDKS) oder Tire Pressure Monitoring Systems (TPMS) – ist ein System das den Fahrzeugfahrer vor zu geringem Luftdruck warnt. Ein falscher Reifendruck eines oder mehrerer Reifen wird im Display des Fahrzeuges angezeigt. Ein Druckverlust wird gleich angezeigt und kann so vor Unfällen durch z.B. dann auftretende Reifenplatzer schützen.

Welche Fahrzeuge haben garantiert ein RDK-/TPM-System verbaut?

Laut der EG-Verordnung 661/2009 müssen ab dem 01.11.2014 zugelassene Neufahrzeuge über ein RDKS verfügen.

Autos, die ab 01.11.2012 auf den Markt kamen und vor 01.11.2014 zugelassen wurden, müssen an ihren Winterrädern ebenfalls mit Reifendrucksensoren ausgestattet sein (Entscheidend ist das Datum der Typprüfung).

Achtung: Diese RDKS-Pflicht gilt auch für Wohnmobile und Geländewagen! (Die RDKS-Pflicht gilt für alle Fahrzeuge der Klassen M1 und M1G mit bis zu 9 Sitzplätzen)

Ersatzräder müssen nicht mit einem RDKS ausgestattet sein.

Bekommt man TÜV ohne RDKS?

In Deutschland gilt ab dem 20.05.2018 ein nicht funktionstüchtiges Reifendrucküberwachungssystem bei der Hauptuntersuchung als erheblicher Mangel. Vorher heißt es, dass eine fehlende RDKS-Funktion nach §29 StVZO als "geringer Mangel" einzustufen und vom Halter umgehend zu beheben ist. Es gibt zwei verschiedene RDKS Messmethoden:

1. Direkt messendes RDKS

RDKS Reifendruckkontrollsystem - ReifendruckRDKS Reifendruckkontrollsystem - Sensor für direkt messendes RDKS
Reifendruckmessung über direkt im Reifen integrierten Sensor

Beim direkten RDKS wird jedes Rad mit einem Reifendrucksensor ausgestattet (meist eine Einheit mit dem Ventil). Der Reifendruck und die Temperatur der Reifen werden damit überwacht. Die Daten werden über Funk an einen zentralen Empfänger gesendet, der die Daten verarbeitet und den Fahrer bei einem Druckabfall umgehend warnt. In Abhängigkeit vom jeweiligen Fahrzeugtyp werden zudem der Druck sowie die Temperatur der Reifen im Display angezeigt.

Bei der Anschaffung weiterer Reifensätze, müssen die Reifendruckkontrollsensoren ebenfalls mit angeschafft werden, was einen höheren Kostenaufwand bedeutet. Allerdings amortisieren sich diese Kosten durch die längere Laufleistung der Reifen, sowie einen gesenkten Spritverbrauch. Zudem erhöht sich auch die Fahrsicherheit durch den Einsatz direkter Reifendruckkontrollsysteme.

2. Indirekt messendes RDKS

RDKS Reifendruckkontrollsystem - indirekt über ESP/ABS-SensorenRDKS Reifendruckkontrollsystem - indirekt über U/min-Sensoren
Reifendruckmessung nur indirekt über Sensoren für ESP/ABS oder U/min (NICHT direkt im Reifen; sondern an der Achse)

Beim indirekten RDKS werden die vorhandenen Sensoren der Raddrehzahlsensoren genutzt, um über die veränderte Raddrehzahl einen Druckverlust festzustellen. Dabei werden alle vier Raddrehzahlen ständig über die vorhandenen ABS/Tracktionskontrolle-Sensoren miteinander verglichen. Die Elektronik erkennt die höhere Rotation/Drehzahl bei verringertem Luftdruck der Reifen und sendet diese Daten an die Bordelektronik und warnt den Fahrer.

Bei der indirekt messenden Methode werden also keine zusätzlichen Sensoren in den Rädern benötigt.

Wie erkennt man, welches Messmethode das RDKS im eigenen Fahrzeug verwendet:
Die Bauart des Ventils bei direkt messendem RDKS ist anders als "normalerweise" und das Ventil ist aus Gewichtsgründen aus Aluminium und weist daher eine gräuliche Färbung auf. Die Überwurfmutter eines RDK-Ventils ist im Vergleich zu herkömmlichen Metallventilen in der Regel länger und dicker. Bei einem indirekt messenden System haben die Reifen "herkömmliche" Gummi-/ oder Stahlventile verbaut. Auflerdem befindet sich im Fahrzeug (Mittelkonsole, Lenkrad oder Armaturenbrett) evtl. eine Kalibrierungstase zum Neu-Kalibrieren des indirekt messenden Systems wenn man z.B. den Standard-Lufdruck ändern möchte.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ¸ber welche Messmethode (Direkt oder Indirekt) der Luftdruck in Ihrem Fahrzeug ermittelt wird, wenden Sie sich bitte an den Fahrzeughersteller (Fachwerkstatt).